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Luft-Wasser

Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe: Funktion, Geräte und Einsatzgrenzen

Wie ein Außengerät aus kalter Luft heißes Heizwasser macht, wo die Grenzen liegen und worauf Sie bei Aufstellung und Kältemittel achten.

Wie funktioniert eine Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Ein Ventilator führt Außenluft über einen Wärmetauscher, in dem ein Kältemittel verdampft und Wärme aufnimmt. Der Verdichter bringt den Dampf auf hohen Druck und hohe Temperatur, sodass er das Heizwasser auf bis zu 70 °C oder mehr erwärmen kann.

Der Unterschied zum Standardgerät liegt weniger im Prinzip als in Kältemittel und Verdichter. Eine deutsche Marktübersicht zeigt, dass die meisten aktuellen Geräte mit 70 bis 75 °C das Kältemittel R290 nutzen. Es eignet sich physikalisch gut für hohe Temperaturen und hat ein sehr niedriges Treibhauspotenzial.

Die Luft-Wasser-Variante braucht keine Bohrung und keinen Brunnen. Das macht sie im Bestand attraktiv, wo Grundstück oder Budget eine Erdwärmesonde nicht zulassen. Der Preis dafür ist die Abhängigkeit von der Außentemperatur.

Außengerät einer Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe im verschneiten Garten
Das Außengerät holt die Wärme aus der Luft, auch wenn es draußen friert.
Einsatzgrenzen

Was die Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe im Winter leistet

Drei Faktoren bestimmen, wie gut das Gerät an kalten Tagen arbeitet.

Temperaturabstand

Kalte Luft und heißes Wasser bedeuten den größten Abstand, den der Verdichter überwinden muss. Ein Datenblatt-Beispiel: An einem Tag mit minus 7 °C schafft das Gerät bei 55 °C eine Leistungszahl von 2,48, bei 75 °C nur 1,53.

Abtauen

Bei feuchter Kälte vereist der Wärmetauscher im Außengerät. Das Gerät taut ihn regelmäßig ab und braucht dafür Energie. Das ist normal, sollte aber bei der Planung berücksichtigt werden.

Herstellergrenzen

Jedes Gerät hat ein Einsatzdiagramm: Bis zu welcher Außentemperatur welche Vorlauftemperatur möglich ist. Diese Grafik ist aussagekräftiger als der Maximalwert im Prospekt.

Aufstellung: Schall und Schutzbereich

Das Außengerät braucht einen Platz mit freier Luftzufuhr und ausreichend Abstand zu Schlafzimmerfenstern und Nachbargrenzen. Der Faktencheck des Klima- und Energiefonds beziffert den Schall aktueller Geräte an der Quelle mit 40 bis 60 dB(A); jenseits der Grundgrenze bleibt es in der Regel unter 35 dB(A). Bei hoher Leistung, etwa an Frosttagen mit hohem Temperaturbedarf, arbeitet ein Gerät tendenziell hörbarer als im milden Übergangswetter.

Bei Geräten mit R290 kommt der Schutzbereich hinzu. Weil Propan brennbar ist, dürfen in einem vom Hersteller festgelegten Umkreis keine Öffnungen ins Haus oder Zündquellen liegen. Bei der Monoblock-Bauweise bleibt das Kältemittel vollständig im Außengerät, und zum Heizraum fließt ausschließlich Heizwasser.

Kältemittel und F-Gase-Regeln

Mit der EU-Verordnung über fluorierte Gase verschwinden Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial nach und nach aus neuen Geräten. Ab 1.1.2027 trifft das Luft-Wasser-Split-Geräte und Monoblock-Geräte mit jeweils bis 12 kW und einem GWP ab 150; Ausnahmen aus Sicherheitsgründen sind möglich, dann gilt ein GWP von höchstens 750. Ab 1.1.2032 sind Monoblock-Geräte bis 12 kW mit jeglichen F-Gasen betroffen.

Für die Gerätewahl heißt das: R32 mit einem GWP von 675 wird bei kleinen Geräten seltener. R290 ist kein F-Gas und fällt nicht unter diese Verbote. Arbeiten am F-Gas-Kältekreis und die Inbetriebnahme sind laut WKO Personen mit passender Kältetechnik-Qualifikation vorbehalten.

Förderung der Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in der Neuauflage Kesseltausch 2026 förderfähig, mit € 5.000 Pauschale beim Tausch einer fossilen Heizung (Stand Oktober 2026). Das Programm verlangt ein Heizsystem mit Wasser als Wärmeträger und eine Auslegung auf maximal 55 °C. Für Luft-Wasser-Geräte mit einem GWP von 150 bis 750 kürzt der Bund die Förderung um 20 %. Was die Temperaturgrenze für Hochtemperatur-Geräte bedeutet, erklärt die Seite Hochtemperatur im Altbau; die Kosten im Überblick finden Sie unter Hochtemperatur-Wärmepumpe Kosten.

FAQ

Fragen zur Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe

Schafft eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch bei Frost 70 °C?

Geräte, die laut Datenblatt 70 bis 75 °C erreichen, sind dafür ausgelegt. Wie hoch die Temperatur bei sehr tiefen Außentemperaturen tatsächlich ist und mit welcher Effizienz, steht in den Einsatzgrenzen des Herstellers. Lassen Sie sich diese Werte für die Bedingungen an Ihrem Standort zeigen.

Warum braucht ein R290-Gerät einen Schutzbereich?

R290 ist Propan und damit brennbar. Rund um das Außengerät gilt deshalb ein Bereich, in dem sich zum Beispiel keine Kellerfenster, Lichtschächte oder Zündquellen befinden sollen. Die genauen Abstände gibt der Hersteller vor; der Fachbetrieb berücksichtigt sie bei der Wahl des Aufstellorts.

Ist eine Hochtemperatur-Luft-Wasser-Wärmepumpe lauter?

Die Bauart allein macht ein Gerät nicht lauter. Heutige Luft-Wärmepumpen erreichen laut Klima- und Energiefonds etwa 40 bis 60 dB(A) Schallleistung, am Nachbargrundstück kommen meist unter 35 dB(A) an. Bei hoher Leistung an kalten Tagen kann ein Gerät aber hörbarer arbeiten als im Teillastbetrieb.

Darf ich ein Gerät mit R32 noch kaufen?

Ab 1.1.2027 dürfen laut EU-Verordnung über fluorierte Gase neue Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 kW mit Kältemitteln ab GWP 150 grundsätzlich nicht mehr in Verkehr gebracht werden; Ausnahmen aus Sicherheitsgründen sind vorgesehen. R32 hat einen GWP von 675. Die Verbote betreffen das Inverkehrbringen neuer Geräte; im Bundesprogramm führt R32 zudem zu 20 % weniger Förderung.

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